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Mehr zum Tee
Teesorten
In Europa am bekanntesten sind der im grössten Anbaugebiet der Welt hergestellte, kräftige Hochlandtee aus Assam und der herb-kräftige Ceylon aus Sri Lanka, die oft miteinander gemischt werden und auch hartes Wasser geschmacklich gut vertragen. Dagegen ist der sehr feine, zart-gelbe Darjeeling, auch als die Königin des Tees bezeichnet, gegen höhere Härtegrade recht empfindlich. Dafür wird um die gleichnamige Distrikthauptstadt Westbengalens mit der beste Tee der Welt hergestellt, neuerdings auch Grüntee und biologisch angebauter Tee.
Aus China kommen viele Sorten Grüntee, auch sehr teurer, der sogar Staatsgästen geschenkt wird. In Japan wird vorwiegend ein Sencha genannter Grüntee produziert, der aufgrund des etwas kühleren Klimas geschmacklich eine Besonderheit ist. Weisser Tee wird so genannt, weil die feinen Epillarhärchen dem getrockneten Blatt eine silbrig-weisse Farbe geben. Er ist ein Grüntee, für den nur Spitzenqualitäten zur Herstellung in Frage kommen.
Der meiste Oolong kommt aus Formosa. Bei ihm wird die Oxidation durch Trocknung unterbrochen, weswegen er halb Schwarz-, halb Grüntee ist.
Daneben gibt es noch eine grosse Anzahl Aromatisierter Tees. Ursprünglich kamen sie aus China und wurden mit Blüten aromatisiert. Rosen- und Jasmintee sind die wohl bekanntesten. Inzwischen gibt es jedoch auch eine grosse Auswahl an mit ätherischen Ölen oder künstlichen Aromen geschmacklich veränderten Tees. Zur Herstellung dieser werden meist minderwertigere Teesorten verwendet.
Einer der ältesten in Europa bekannten Aroma-Tees ist der mit Bergamotte aromatisierte Earl Grey. Zu erwähnen wäre noch der Rauchtee, der während des trocknens mit harzreichem Holz geräuchert wird, was ihm ein besonderes Aroma verleiht. Labsang Souchong ist der vielleicht bekannteste Rauchtee, aber auch im russischen Tee ist anteilig oft Rauchtee enthalten.
Je nach Teekultur haben sich auch noch verschiedene Darreichungsformen im Handel eingebürgert. Meist wird jedoch das getrocknete Blatt gehandelt, was im Gegensatz zum frischen Blatt bei richtiger Lagerung fast unbegrenzt haltbar ist. Vor allem in Nordasien und besonders Tibet hat sich der Handel mit Teeziegeln, Barren oder Kugeln durchgesetzt, zu denen der Tee gepresst wird. Er war so leichter transportier- und lagerbarbar, unterscheidet sich geschmacklich aber kaum vom Blatttee.
Zubereitung
Je nach Kulturkreis haben sich auch verschieden Zubereitungsarten herausgebildet. In Mitteleuropa und Nordamerika hat sich vor allem die englische Zubereitungsart durchgesetzt, bei der Schwarztee mit kochendem Wasser überbrüht wird. Häufig wird auch noch ein wenig Milch und/oder Zucker zugesetzt, auch Zitrone wird häufig verwendet.
Grüntee wird meist mit weniger heissem Wasser aufgebrüht, was je nach Sorte und Teekultur von 85° bis unter 50° reichen kann.
Auch das ziehen lassen der Blätter variiert ganz erheblich, von etwa 20 Sekunden bei einigen Senchas, fünf Minuten bei verschieden Schwarztees und mehreren Stunden bei der russischen Zubereitung.
In China verbleiben die Blätter des grünen Tees meist in der Kanne oder Tasse und werden in der Regel drei mal aufgegossen. Einmaliges aufgiessen gilt in China als Zeichen der Dekadenz. Grüner Tee wird traditionell ohne Zucker genossen.
Je nach Region haben sich ganz eigentümliche Zubereitungsformen entwickelt. In Nordafrika wird Grüner Tee gekocht und anschliessend mit Minze und viel Zucker gemischt.
In Indien wird gewürzter Tee, Masala Chai, getrunken, der mit Milch, einigen Gewürzen (Zimt, Kardamom, Pfeffer, Ingwer und Gewürznelken) und Zucker zubereitet wird.
In Russland und der Türkei hat sich der Genuss von sehr starkem Schwarztee durchgesetzt der zunächst gewaschen und anschliessend in einem Samovar bzw. Çaydanlik zu einem sehr starken Sud verkocht wird, welcher dann mit heissem Wasser aufgegossen und mit viel Zucker gemischt wird. Auch in arabischen Ländern gilt der dort etwas anders zubereitete, sehr starke und extrem gezuckerte Schwarztee als Süssgetränk, Beimischungen von Milch oder Zitrone sind unüblich.
In Japan hat sich eine ganz eigene Teekultur entwickelt, die Teezeremonie. In ihr kommen auch besondere Zubereitungsformen und eigene Teesorten vor.
Tibet trinkt besonders gerne Buttertee, der für westlichen Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig ist und eher an Suppe erinnert. Pö Cha wird mit Grünem Ziegeltee hergestellt, der mit etwas Soda gekocht sowie mit Milch, Butter und Salz abgeschmeckt wird. Ein ähnlicher Tee wird auch in der Mongolei getrunken. |