Terralaya Travels - Kaltutr & Natur

         
 
 
 
     
         
 
 
 
     
         
 

Die Pflanze | Herstellung | Qualitäten | Teesorten | Zubereitung | Geschichte
     
     


Mehr zum Tee

Geschichte

Erste Erwähnung findet der Tee in einer chinesischen Legende aus dem Jahr 2737 vor Christus. Demnach rastete der Kaiser Shen Nung unter einem Baum, als ihm ein Blatt desselben in seine Schale mit heissem Wasser fiel. Das Wasser färbte sich daraufhin hellgelb und der Kaiser war von dessen Aroma so angetan, dass er seinen Blattaufguss wiederholte. So wurde der Tee geboren...

Während der Tang-Dynastie (618-907) wurde die Zubereitung von Tee zu einem von dem Poeten Lu-Yu definierten Ritual, dem unter der Song-Dynastie (960-1279) eine zweite Schule folgte, von der sich auch die japanische Teezeremonie ableitete. Seine endgültige, noch heute praktizierte Form der zeremoniellen Zubereitung fand der Tee in China während der Ming-Dynastie (1368-1644).

Obwohl bereits bei Marco Polo (1254-1323) erwähnt, fand der Tee seinen Weg nach Europa erst im 17. Jahrhundert. Die Holländisch-Ost-Indische Kompanie, die das Monopol auf den Handel mit China besass, verschiffte 1610 einige Kisten chinesischen Grüntee über Indonesien nach Holland, ab 1644 auch die ersten hundert Pfund nach England. 1669 ging das Handelsmonopol mit China an die britische Ostindien-Kompanie über, die es bis 1833 behalten sollte.

Nach Russland gelangte der Tee erstmals 1618 auf dem Landweg über die Mongolei, als Wassili Starkow ihn als Geschenk dem Zaren mitbrachte. Später galt in Europa der  ,Karawanentee’ dem verschifften Tee als geschmacklich überlegen, da dieser auf der sechs bis neun Monate dauernden Seereise in muffigen Laderäumen zu leiden pflegte.

Nachdem einige heftige Debatten über die angebliche Gesundheitgefährdung durch Tee ausgestanden waren, begann 1657 Thomas Garraway in London mit dem öffentlichen Ausschank von Tee in seinem Kaffeehaus, das bald zum ersten tea house wurde. 1662 führte die portugiesische Prinzessin Katharina von Breganza den Tee am britischen Königshof ein. Sie gilt als die Begründerin der englischen Teekultur. Ab 1732 begannen zudem ‚Teegärten’ mit allerlei zusätzlichen Unterhaltungen in Mode zu kommen.

Mitte des 17. Jahrhunderts kam der Tee über Holland auch nach Ostfriesland, wo sich bald die ostfriesische Teekultur entwickelte. Der Preussenkönig Friedrich II. versuchte zwar 1778 den Tee zu verbieten, konnte sich aber nicht durchsetzen. Vor allem in Norddeutschland eröffneten ‚Literarische Salons’, in denen man sich zu ‚Teegesellschaften’ traf.

Europäische Emigranten brachten den Teegenuss mit in die Neue Welt, er war aber unter der Herrschaft des britischen Empires extrem hoch besteuert. 1773 protestierten Siedler in Boston gegen diese Besteuerung, indem sie die Ladung eines ganzen Tee-Schiffes ins Meer warfen, was später unter der Bezeichnung ‚Boston Tee Party’ in die Geschichte einging. Dieser Vorfall war der Beginn des amerikanischen Kampfes für Unabhängigkeit, der schliesslich in der Gründung der  USA mündete...

Auch der sogenannte Opiumkrieg (1839-42) war um den Tee entbrannt. Da China das Monopol auf die Teeherstellung hatte und sich diesen teuer bezahlen liess, brachten die Briten verstärkt Opium aus Bengalen nach China um ihr Handelsdefizit mit China zu verringern, da sie den begehrten Importartikeln Tee und Seide nichts Vergleichbares entgegen zu setzen hatten. Als sich die Chinesen dagegen zu wehren begannen, öffnete Britannien den Opiumhandel mit China militärisch, was schliesslich zum Niedergang der chinesischen Vorherrschaft in Asien führte.

Nachdem 1849 das Monopol Britanniens auf den Handel mit China endgültig gefallen war, begannen auch andere Europäische Nationen mit dem Teehandel. Die zunehmende Konkurenz unter den Reedereien führte zur Entwicklung immer schnellerer Segelschiffe, den berühmten Tee-Klippern. Der Suezkanal verkürzte 1866 die Reisezeit von Ostasien nach Europa zusätzlich auf rund drei Monate, doch mit dem Aufkommen der Dampfschiffahrt wurde dann auch das Kapitel dieser formschönen, stolzen Segelschiffe beendet.

Um die immer grösser werdende Nachfrage nach Tee zu befriedigen, begannen die Briten ab 1856 mit dem Teeanbau in Darjeeling und ab 1860 auch in Ceylon, um vom Teehandel mit China unabhängiger zu werden. Zeitweilig wurde dann Indien der grösste Teeproduzent der Welt.

Heute ist Tee eines der populärsten Getränke der Erde, auf der jede Sekunde etwa  16.000 Tassen Tee getrunken werden. Der Teeanbau in Darjeeling und Assam aber veränderte den östlichen Himalaja grundlegend.

Literatur

  • Hans G. Adrian, Rolf L. Temming, Arend Vollers: Das Teebuch. Geschichte und Geschichten. Anbau, Herstellung und Rezepte. ISBN 3-928127-01-2
  • Aleijos: Grüne Wunderdroge Tee. Wilhelm Braumüller Verlag, Dezember 1998, ISBN 3-700-31217-2
  • Andreas Gruschke u. a.: Tee. Süßer Tau des Himmels. DTV, München 2001. ISBN 3-423-36242-1
  • Hellmut Grösser: Tee für Wissensdurstige. Verlag Albrecht (E.), 2000, ISBN 3-87014-003-8.
  • Ernst Janssen: Janssens Tee Almanach. 2003, ISBN 3-927359-85-8.Rezension
  • Jane Pettigrew: Tee. Benedikt Taschen Verlag, Köln 1998, ISBN 3822875953. (Nachdruck 2002 durch Gondrom Verlag, ISBN 3-8112-1701-1)
  • Stephan Reimertz: Vom Genuß des Tees: Eine heitere Reise durch alte Landschaften, ehrwürdige Traditionen und moderne Verhältnisse, inklusive einer kleinen Teeschule. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 1998. ISBN 3-378-01023-1 (mit Glossar)
  • Otto F. Schleinkofer: Der Tee. de Gruyter, Berlin 1982. 3. Auflage ISBN 3-11-009179-8
  • Werner F.J. Schmitt: Tea. Ullstein, 1997, ISBN 3-548-35756-3 Alain Stella, Nadine Beauthéac, Gilles Brochard, Catherine Donzel: Das Buch vom Tee. Collection Rolf Heyne, 2001. ISBN 3-89910-136-7
© Torsten Kratt, Sikkim 2009
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