Naturreservate
Khonoma Nature Conservation Tragopan Sanctuary:
Unweit von Kohima bietet dieses Naturreservat mit seinen 25 qkm Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (Tragopan) und viele Pflanzenarten.
Fakim Wildlife Sanctuary:
Dieses kleine Naturreservat in den östlichen Bergen nahe Myanmar bietet eine reichhaltige subtropische Pflanzenvielfalt und wird von Juni bis Juli von heftigen Regenfällen heimgesucht.
Rangapahar Reserve Forest:
In diesem 20 Hektar grossen Gebiet lassen sich die verschiedensten Vogelarten beobachten (Myna, Kuckuck, Papageien, Sunbird, Parkeet, Robi, Quail, Spechte, Hornbill, Swift hawk, Krähen). Auch Affen, Tiger, Rehe, Stachelschweine und Eichhörnchen sind hier heimisch.
Ghosu Bird Sanctuary:
Im Distrikt Zunheboto im Land der Sumi-Nagas unterhält die Dorfbevölkerung ein Vogelreservat mit über 20 bedrohten Vogelarten.
Geschichte
Über die frühe Geschichte von Nagaland ist wenig bekannt. Legenden erzählen von Migration, Helden, legendären Liebhabern oder beschreiben die Entstehung der Menschheit. An diese Gegebenheiten erinnern Steinmonumente und Steinformationen in vielen Teilen Nagalands. Die Angami Nagas verfügen über eine ausgeprägte Megalythen-Tradition. Die aufgestellten Steine erinnern an Gegebenheiten oder ehren Heldentaten von Familien.
Vor dem 13. Jahrhundert wurde die Region vom mächtigen Kachari-Stamm regiert. Dimapur war ihre Hauptstadt. Heute erinnern Ruinen und Monolithen in und um Dimapur-Stadt an die Hochkultur der Kacharis.
Die Nagas waren mutige, freiheitsliebende Krieger und Jäger. Fehden zwischen Naga-Dörfern und Stämmen waren weit verbreitet. Deshalb wurden die Dörfer nur dort gebaut, wo sie sich gut verteidigen liessen. Die Dörfer waren mit Steinmauern, Bambusspeeren, Holztoren und Gräben geschützt. In den Dörfern Kohima und Khonoma sind solche Schutzstrukturen erhalten.
Früher waren die Nagas Kopfjäger. Die Kopf-Trophäen feindlicher Stämme schmückten die Häuser der Krieger, wodurch ihr Status für alle Dorfbewohner sichtbar war. Einer der Gründe der Kopfjäger-Tradition ist, dass man sich dadurch eine bessere Ernte erhoffte. Im August 1978 soll im Distrikt Tuensang die letzte Kopfjagd stattgefunden haben.
Die Briten knüpften 1832 erste Kontakte mit den Völkern von Nagaland. Der letzte organisierte Aufstand gegen die britische Kolonisation fand 1879 bis 1880 in Khonoma statt. 1881 übernahm Britisch-Indien erstmals offiziell die Regierungsgeschäfte Nagalands. Mit Indiens Unabhängigkeit im Jahr 1949 wurden die Regionen Nagaland, Meghalaya und Assam zum Staat ‚Assam’ zusammengeschlossen. Während des 2. Weltkrieges fand in Nagalands Hauptstadt eine blutige Schlacht zwischen den Alliierten und Japan statt.
Die Forderung der Nagas nach einem separaten politischen Status wurden anfangs der 60er Jahre intensiviert, 1963 wurde ihnen der Status eines eigenständigen Bundesstaats in Indien zugestanden. 1964 fanden in Nagaland die ersten demokratischen Wahlen statt. Naga-Separatisten fuhren mit ihrer gewalttätigen Opposition fort, um für Nagaland einen autonomen Status und die Einverleibung aller von Nagas besiedelten Gebiete angrenzender Staaten Nordostindiens zu erreichen.
Anfangs der 1980er Jahre wurden die ersten Aufstände im jungen Staat ausgerufen.
Seit 1995 ist das Land limitiert für ausländische Besucher geöffnet.
Seit dem 1. August 2000 sind Friedensverhandlungen im Gang und in den meisten Gebieten hat sich Harmonie ausgebreitet. Heute besitzt Nagaland ein grosses Mass an Autonomie. Spezielle Regulierungen ermöglichen es den Naga-Stämmen, ihre Angelegenheiten selbstständig zu lösen. Jeder Stamm verfügt über Berater, die sich auf der Dorf- und Stammesebene um die Schlichtung von lokalen Streitigkeiten kümmern.
Wirtschaft
Etwa 70 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Die Mehrheit betreibt Landwirtschaft zur Selbstversorgung: Reis, Hirse, Mais und Hülsenfrüchte gehören zu den Hauptprodukten. Daneben werden Zuckerrohr, Kartoffeln, Kaffee, Kardamom, Tee, Ananas und Rapssamen kultiviert. Der Reisanbau zur Selbstversorgung nimmt mit 80 % der Landwirtschaftsfläche den bei weitem grössten Teil ein.
Zu den grösseren Unternehmen Nagalands zählt die Zuckermühle in Dimapur mit einer Kapazität von 1000 Tonnen pro Tag. Daneben gibt es zahlreiche mittlere und kleine Unternehmen in den Bereichen Bambus- und Rattan-Verarbeitung, Kunsthandwerk, Papier- und Textilindustrie sowie Tourismus.
Festtagskalender:
Nagalands Feste stehen meist in direktem Zusammenhang zum landwirtschaftlichen Kalender. Themen sind oft die Festigung der Gemeinschaft oder das Ehren oder Beschwören der Fruchtbarkeit von Mutter Erde. Typisch sind dabei ein fixer Programmablauf, oft mit Gruppengesang und Tanz unter Anteilnahme der ganzen Dorfbevölkerung. Jeder Stamm hat seine eigenen Traditionen, die bei den Festen mit ihren Volksliedern, Tänzen, traditionellem Sport, Speis und Trank zum Ausdruck kommen.
Im enormen Lieder- und Tanzreichtum der Nagas wird die Verehrung des Kopfjägers und Kriegers thematisiert. Dazu auch Heldengeschichten, Fruchtbarkeit und die Preisung der eigenen Gruppe, deren Schönheit, Kraft, Mut und Stärke. Um Einheit und Gemeinsamkeit geht es auch in vielen Tanzformen, in denen die Tanzenden zum Beispiel durch ihre Position die gegenseitige Abhängigkeit durch gemeinsame Balance- und Gleichgewichtsformationen bezeugen.
Oft ist das Ziel dieser Darstellungen die Vermittlung von Ewigkeit und der Einheit mit der Natur. In Nagaland tanzt und singt man zu allen Gelegenheiten.
Die wichtigsten Feste der verschiedenen Stämme:
Name des Stamms |
Distrikt |
Haupfest |
Datum |
Angami |
Kohima |
Sekrenyi |
25. Februar |
Rengma |
Kohima |
Ngada |
27. November |
Zeliang |
Peren |
Mileinyi |
11. März |
Kuki |
Peren |
Mimkut |
17. Januar |
Kachari |
Dimapur |
Bushu |
Ende Januar |
Chakhesang |
Phek |
Thsukhenyie/Sukrenvu |
6. Mai / 15. Januar |
Lochurn |
Phek |
Yemshe |
5. Oktober |
Chang |
Tuensang |
Nkanyulem |
13. Juli |
Ao |
Mokokchung |
Moatsu |
2. Mai |
Konyak |
Mon |
Aoling |
13. April |
Lhom |
Longleng |
Monyu |
1. April |
Khiamniungam |
Tuensang |
Miu |
5. Mai |
Vimchunger |
Tuensang/Kiphire |
Metumniu |
8. August |
Sangtam |
Tuensang/Kiphire |
Mongmong |
3. September |
Lotha |
Wokha |
Tokhu Emong |
7. November |
Sumi |
Tuluni |
Zunheboto |
8. Juli |
Alle 16 Stämme |
Kohima |
Hornbill-Festival |
1. – 7. Dezember |
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