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Völker

Der Sammelbegriff „Naga“ umfasst etwa 30 verschiedene Ethnien tibeto-burmesischer Herkunft in den Bergen im äussersten Nordosten Indiens und dem Nordwesten Myanmars, dem ehemaligen Burma. Die humorvollen und tief religiösen Menschen verfügen über reichhaltige Handwerkskünste, Folklore, Tänze und Musik. Poetische Liebeslieder, Gospel und moderne Lieder gehen Hand in Hand. In ihrem Erscheinungsbild, ihrer Sprache und ihren Gebräuchen zum Teil erheblich verschieden, teilen die Naga-Gruppen jedoch Glaubensvorstellungen, kulturelle Traditionen und soziale Praktiken. Es lassen sich grob eine nördliche, eine zentrale und eine südliche Gruppe unterscheiden, wobei die Übergänge fliessend sind. Die Hauptgruppen sind die Konyak, die Khiamniungan und Yimchunger sowie die Ao, Sema und Angami.

Durch ihre entrückte und unzugängliche Lebenswelt sowie die vielen politischen Wirren – 65 Jahre war ihr Gebiet für Ausländer gesperrt – haben die Naga viele Traditionen erhalten, obschon Missionare beinahe die gesamte Bevölkerung vom animistischen Glauben zum Christentum bekehrt haben.

Die Stämme unterscheiden sich durch Sprache, Siedlungsgebiet, Traditionen und Regierungsstruktur. Die Angami, Lotha, Rengma und Ao sind demokratisch organisiert. Die Angami wählen ihren Häuptling aufgrund seines Reichtums, seiner Erscheinung und seiner diplomatischen Fähigkeiten. Trotzdem werden Entscheidungen in Absprache mit allen Dorfbewohnern getroffen.

Bei den Semas wird der Häuptling von der Blutlinie bestimmt. Der Häuptling sorgt sich um das Wohlergehen der Dorfbewohner, verteilt Land, hilft finanziell, bietet Schutz und arrangiert Hochzeiten. Die Dorfbewohner verehren den Häuptling als Vater, für den sie arbeiten und kämpfen. Bei den Semas war es Tradition, dass der älteste Sohn ein eigenes Dorf ausserhalb des Territoriums des Vaters gründete, was zu ihrer Ausbreitung (Kolonisation) führte. Bei den Aos wird das Dorf von einem Rat der Alten regiert. Jedes Dorf ist demokratisch und unabhängig.

Die Konyak-Häuptlinge gelten als heilig und werden 'Ahngs' genannt, was so viel bedeutet wie ‚Anfang von allem’. Sie sind sowohl Autokraten wie Demokraten, tragen reich dekorierte Kleider und werden von den Dorfbewohnern hoch respektiert und verehrt. Die Konyaks glauben, dass sie direkte Nachkommen von Moses sind. Biblische Namen wie Mosa, Kaisa, Aron sind weit verbreitet. Die Konyaks sind bekannt für ihre tätowierten Gesichter, für ihre geschwärzten Zähne und ihre Kopfjäger-Vergangenheit.

Unterschiedlich sind auch die Hochzeitstraditionen der Stämme. Gemeinsam ist ihnen nur, dass alle Nagas die Heirat innerhalb desselben Clans verbieten. Die einzige Ausnahme bilden die Konyak-Häuptlinge. Sie gelten als so heilig, dass ihre Hauptfrau vom selben Clan stammen muss.

Zu den traditionellen Beschäftigungen der Frauen gehören Wasser holen, Holz sammeln, kochen, Reisbier brauen, im Feld arbeiten und weben. Unter den Angamis ist es für eine junge Frau normal, einen Liebhaber zu haben. Die Semas wachen mit grosser Sorgfalt über ihre jungen Frauen, damit eine grosszügige Mitgift verlangt werden kann. Bei den Aos herrscht eine relativ liberale Einstellung. Bei den Konyaks ist Geschlechtsverkehr vor der Heirat üblich.

Über die Jahrhunderte haben die stolzen und kriegerischen Nagas mit Kopfjäger-Vergangenheit einmalige kulturelle Eigenschaften entwickelt. Sie finden Ausdruck in ihren Legenden, ihrem Kampfsport, ihrem exotischen Kopfschmuck, ihren tätowierten Gesichtern (Konyaks) sowie in ihrer reichhaltigen Musik-, Tanz- und Poesie-Kultur.

Mehr als 80 % der Bevölkerung lebt in kleinen, isolierten Dörfern als Selbstversorger, Jäger und Sammler.

Nahrung

Hauptnahrungsmittel ist der Reis. Dieser wird zusammen mit Fleisch, Gemüse und sehr scharfem Chili gegessen. Zahlreiche wilde Gemüse-, Kräuter- und Fruchtsorten finden in der Naga-Küche Verwendung. Weitere Zutaten sind Insekten wie Raupen und Spinnen sowie Hunde- oder Katzenfleisch. Fleisch wird oft getrocknet, um es haltbar zu machen.

In einigen Gegenden wird ein spezielles Brot aus ‚Sticky Rice’ auf offenem Feuer zubereitet. Das Reisbier ist überall verbreitet und sehr beliebt, obwohl Nagaland offiziell als ‚trockener’ Staat gilt. Das Reisbier wird in einem rustikalen Bambus-Becher serviert.

Religionen : Christentum, Animismus und Ahnenkult

Obwohl sich die meisten Nagas zum Christentum bekennen, ist in Nagaland die animistische Ur-Kultur der Menschheit weiterhin erhalten. Die Nagas verstehen sich als Abbilder der Natur. Ihre musikalischen Ausdrucksformen dienen dazu, ‘das Universum, die Flora und Fauna und alles, was auf Erden existiert, zu preisen’. Man glaubt an den Wert des Strebens nach Harmonie und daran, dass Mensch, Tier und alles Existierende gleichberechtigt sind. Die Menschen glauben an ein Leben nach dem Tod. Auch Ahnenkult und Animismus nehmen einen wichtigen Platz ein.

Bergwelt und Trekking

Trekking in Nagaland ermöglicht eine atemberaubende Sicht auf Berg- und Flusslandschaften, Seen und Bekanntschaften mit der Bergbevölkerung. Die Berge sind voller kaum erforschter Höhlen, Monolithen und heiliger Orte. Interessante Felsformationen, Quellen, ein Kaleidoskop exotischer Blumen wie Orchideen und vielfarbiger Rhododendren prägen das Bild.

Bis heute haben nur wenige Gäste die Schönheiten Nagalands wandernd entdeckt. Trekking und Gipfelbesteigungen (2500 m bis 3841 m) haben Pionier-Charakter und eignen sich für all jene, die auf der Suche nach einem Reiseerlebnis abseits der üblichen Touristenrouten sind.

Möglich sind auch ein Rundgang durch das botanisch vielfältige ‘Tal der Blumen’ oder die Besteigung des 2600 m hohen Glory Peak im Distrikt Mon. Er bietet Ihnen eine majestätische Sicht auf den Mount Everest und den Mount Sarmati.

In Nagalands Bergwelt erwartet Sie ein unvergessliches Erlebnis in einem Gebiet, das von Tourismus noch kaum berührt ist.
Die Bergwelt mit dem angenehmen Klima bietet auch ein ideales Territorium für alle Bike-Enthusiasten.

Für weitere Informationen zu Trekking- und Biketouren in Nagaland kontaktieren Sie bitte: info@sikkim.ch.

Botanik

Einst nahezu vollkommen bewaldet – von immergrünem Regenwald bis subalpinem Hochwald –, waren die unzugänglichen Nagagebiete bis in Höhen über 2500 m Rückzugsrefugien für Menschen sowie für seltene Pflanzen und Tiere wie Tiger, Leoparden, Bären, Panzernashörner, Elefanten, Gayal-Rinder, Mithun-Büffel, Gibbons und Nashornvögel.

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