Weitere Informationen über die Mongolei
Völker
In der Mongolei leben im Durchschnitt nicht einmal zwei Personen pro km², so wenige, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das Land ist die Heimat mehrerer ethnischen Gruppen mit eigenen kulturellen Eigenheiten. Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Mongolen. Ihre lokalen Dialekte unterscheiden sich so stark, dass sie als eigene Sprachen betrachtet werden. Das betrifft die Sprache der Burjaten im Norden, jene der Mongolen in Dornod, Chentij, Selenge und in Dagur. Auch das Darigana ist ein besonderer Dialekt, der aber noch als "Mongolisch" im engeren Sinne verstanden wird. Die mongolischen Völker im Westen weichen noch stärker von der Grundsprache ab: Hier finden sich die Oiraten und die Darchad, die sich kulturell stark unterscheiden. Sie sprechen westmongolische Sprachen, während das Chalcha mit einigen in China gesprochenen mongolischen Sprachen als Ostmongolisch zusammengefasst wird. Ausser den mongolischen Völkern gibt es eine kleine Minderheit von Ewenken im Norden und Westen. Dazu kommen eine Reihe turksprachiger Völker wie die Tuwiner und Uiguren. Verwandt mit den Tuwinern sind die Urianchai und die Zaatan, die jedoch mittlerweile mongolische Dialekte angenommen haben. Eine besondere Rolle haben die turksprachigen Kasachen. Sie leben vollständig getrennt von der mongolischen Gesellschaft und sprechen kein Mongolisch. Sie orientieren sich nach Kasachstan, von wo sie vor etwa hundert Jahren in ihr Siedlungsgebiet im äussersten Westen ausgewandert sind. In den 1990er Jahren sind viele davon wieder nach Kasachstan zurückgekehrt, viele davon allerdings nur für kurze Zeit. Wie die Uiguren gehören sie der Minderheit der Muslime an, während die meisten anderen Völker lamaistische Buddhisten oder Schamanisten sind. Es gibt auch eine kleine chinesische und russische Minderheit.
Religionen
Die Mongolen waren bis ins 15./16. Jahrhundert meist Schamanisten, danach setzte sich der lamaistische Buddhismus durch, mit Ausnahme der kommunistischen Zeit ist er bis heute die vorherrschende Religion. Dadurch entstand eine relativ breite Schicht von Mönchen, die Tibetisch und Sanskrit bzw. Pali lernten.
Nahrung
Hauptnahrung der Mongolen sind Fleisch- und Milchprodukte. Verbreitete Gemüse sind Zwiebeln, Knoblauch, Rüben und Kohl. Getrunken wird Tee mit Milch, gegärte Stutenmilch und ein aus gegärter Stutenmilch hergestelltes alkoholisches Getränk.
Nationalparks & Naturreservate
Die Mongolei hat zahlreiche Nationalparks und Naturreservate. Besonders interessant sind die Wüste Gobi, die ostmongolische Steppe und das nordwestmongolische Hochgebirge.
Gobi Gurvansaikhan National Park
Dieser Park im Süden der Mongolei wurde im Jahr 1993 gegründet. Er liegt im Norden der Wüste Gobi und ist mit seinen 27 000 km² der grösste Nationalpark der Mongolei. Die östliche Hälfte des Parks liegt in den Gurvansaikhan-Bergen. In höher gelegenen Gebieten dominiert die Steppe mit seltenen Pflanzen und Tieren wie den seltenen Schneelöwen und dem Gobi-Kamel. Die Sanddünen Khongoryn Els (singender Sand) sind ebenso beliebte Attraktionen wie das Tal Yolyn Am mit seinem weitläufigen Eisfeld, das man fast das ganze Jahr bewundern kann.
Gorkhi-Terelj National Park
Dieser bekannte Nationalpark mit über 250 Vogelarten liegt unweit der Hauptstadt. Attraktionen sind der 20 m tiefer Gletschersee Khagiin Khar, die Yestii-Thermalquellen und ein buddhistisches Kloster.
Lake Khövsgöl Nationalpark
Der zwischen der zentralasiatischen Steppe und der sibirischen Taiga gelegene Khövsgöl ist einer von weltweit nur 17 Seen, die älter als 2 Millionen Jahre alt sind. Er ist das grösste Trinkwasserreservoir des Landes. Daneben bietet der Park Lebensraum für viele Wildtiere vom Ibex, Argali, Elch, Wolf und Moschusochse bis zum Braunbär.
Khan Khentii Strictly Protected Area
Der kaum von Touristen besuchte Park in der Provinz Khentii grenzt an die sibirische Taiga und eignet sich ideal für Pferdetrekking in unberührter Natur.
Geschichte
Weltberühmt machte die Mongolei vor allem ein Name: Dschingis Kahn (ursprünglich: Temüüdschin – der Schmied). Der berühmte Feldherr einte um 1200 die mongolischen Stämme und führte sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker. Nach der Ernennung zum Grosskhan aller Mongolen begann Dschingis Kahn mit der Eroberung weiterer Gebiete; im Osten bis an das Japanische Meer und im Westen bis zum Kaspischen Meer. Um dieses Reich zu verwalten, liess er eine eigene Schrift entwickeln und setzte verbindliche schriftliche Gesetze durch. Es war der Anfang der mongolischen Ära, die bis ins 17. Jahrhundert dauerte. Dann ging das Reich unter der mandschurischen Herrschaft ein, die damals den Kaiser von China stellte. Dadurch bestand mehrere Jahrhunderte lang ein chinesischer Einfluss. Es gab chinesische Einwanderer und einige Mongolen beherrschten Chinesisch. Die Mongolei geriet nun für rund 200 Jahre in Vergessenheit. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gewannen die Mongolen ihre Unabhängigkeit von der Mandschu-Dynastie. Danach war die Mongolei ab 1921 Satellitenstaat der Sowjetunion.1990 kam die demokratische Wende, seither ist die Mongolei eine demokratische Republik mit westlicher geprägter Marktwirtschaft.
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