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Weitere Informationen über Himachal Pradesh

Völker

In Himachal Pradesh trifft ein Gemisch verschiedenster Völker und Gemeinschaften aufeinander. Der grösste Teil des Landes ist im Besitz der höheren Kasten wie Rajputen, Brahmins und Mahajans. Es sind auch diese Kasten, die das wirtschaftliche und politische Leben des Staates dominieren. Etwa ein Viertel der Bevölkerung gehört niedrigen Kasten an. Es sind hauptsächlich Handwerker, die die Angehörigen der höheren Klassen respektieren. Etwa 93 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig.

Die Menschen verfügen über einen ausgeprägten Glauben an die Gesetze des Karmas, dass gute wie schlechte Taten die Lebensumstände formen und für die nächste Inkarnation verantwortlich sind.

Die Kriminalitätsrate ist dementsprechend sehr tief – deshalb werden auch die Häuser kaum abgeschlossen. Brachland in und um die Dörfer gilt als gemeinschaftlicher Besitz (Shamlat).

Nahrung

Die Nahrung ist von Punjab und Tibet beeinflusst. Neben dem Grundnahrungsmittel Reis gehören Hühnercurry, Linsengerichte und Gemüsegerichte mit Pickles zur täglichen Nahrung. Weit verbreitet sind Pateer, Chouck, Bhagjery und Chutney. Beliebt sind zudem tibetische Gerichte wie Momo (Teigtaschen mit Fleisch oder Gemüse gefüllt), Chowmein (Nudelgericht) oder Thukpa (Nudelsuppe). Daneben gibt es lokale Spezialitäten. In Spiti ist geröstetes Gerstenmehl (Tsampa) das Grundnahrungsmittel.

Religionen: Buddhismus, Hinduismus, Schamanismus

Die Menschen Himachal Pradeshs sind zutiefst religiös. Weit verbreitet sind im Süden der Hinduismus mit noch intakter Kastengesellschaft und der authentische tibetische Buddhismus im dünn besiedelten Nordosten.

Viele Menschen sprechen der Natur übernatürliche Kräfte zu. Die Berge des Himalaja sind Götter – die Wälder, Bäche und Felsen sind von mystischen Energien belebt. Daneben verehren die Menschen auch lokale Götter und Schutzwesen, Feen und weitere übernatürliche Wesen. Tieropfer sind ein wichtiger Teil religiöser Riten und sind üblich bei Hochzeiten, Beerdigungen oder Erntedankfesten. Die Götter werden durch Tanz und Musik beschworen.

Guru Padmasambhava, der den Buddhismus im 8. Jahrhundert in Tibet verbreitete, lebte einige Zeit unweit von Mandi. Hier existiert heute noch ein ihm gewidmeter Tempel. Lamas leiten Interessierte in Meditation und Manta-Rezitation an, geben spirituellen Rat, sagen bestimmte Ereignisse voraus und praktizieren tibetische Heilkunde.

Nationalparks

Die herrliche Natur kann man in zwei Nationalparks und in 32 Schongebieten für Flora und Fauna erleben. Hier leben gefährdete Tiere wie Schneeleoparden, Lämmergeier und die seltenen sibirischen Ibex-Steinböcke.

Pin-Valley-Nationalpark:

Das abgeschiedene Pin Valley, ein Seitental im ehemaligen Königreich Spiti, ist seit 1987 ein Nationalpark. Er umfasst mehrere Höhenzüge des Himalaja von 3700 m bis 6600 m. Oberhalb von 5000 m ist der Nationalpark ganzjährig mit Schnee bedeckt. In der kargen Vegetation sind Schneeleoparden, Wölfe, Steinböcke, Füchse, Wiesel, Murmeltiere und einige andere Tierarten zu Hause.

Great-Himalajan-Nationalpark:

Das Gebiet, dessen Eingang im Westen liegt, wird auf drei Seiten vom Himalaja umschlossen. Auf einer Fläche von 620 km2 findet man schneebedeckte Gipfel, Gletscher, Flusstäler, Blumenwiesen und dichte Wälder, in denen Pinien, Zedern, Eichen sowie Bambus wachsen. Zur artenreichen Tierwelt zählen unter anderem Bergziegen, Schafe, Wölfe, Makaken, Leoparden, Braun- und Schwarzbären, Schneeleoparden und viele Vogelarten.

Geschichte

Seit frühester Zeit wurde die Region von Stämmen wie den Koilis, Halis, Dagis, Dasa und Kirats bewohnt. Im Jahre 1009 n. Chr. fiel Mahmud von Ghazni in den heutigen Bundesstaat ein und plünderte die Tempel im Norden.

1773 übernahmen die Rajputen die Herrschaft und Himachal Pradesh wurde die Gunst der königlichen Schirmherrschaft der Moguln zuteil. Der Angriff des Maharadscha Ranjit Singh beendete 1804 die Herrschaft der Rajputen. Die aus Nepal einwandernden Gurkhas eroberten die Gegend anschliessend und richteten grosse Zerstörung an. Anfang des 19. Jahrhunderts vergrösserte Britisch-Indien seinen Einfluss und annektierte Teile von Shimla nach dem Gurkha-Krieg von 1815 bis 1816. Der Distrikt Kangra wurde 1846 nach dem Anglo-Sikh-Krieg von Britisch-Indien annektiert. Nach Indiens Unabhängigkeit 1947 wurde das heutige Himachal dem Punjab einverleibt. 1948 wurde ein Teil Himachal Pradeshs zum zentralregierten Staatsgebiet Indiens. In den Jahren 1948 und 1966 kamen weitere Gebiete dazu. Das übrige Himachal bestand aus Prinzenstaaten. Bis 1966 bestand Himachal Pradesh nur aus sechs Bergen. Im November 1966 wurde es durch die Einverleibung von Bergstädten wie Shimla, Kangra, Kullu, Lahaul, Spiti erweitert. Himachal Pradesh mit der Hauptstadt Shimla wurde schliesslich in 10 Distrikte eingeteilt und am 25. Januar 1971 Indien als 18. Bundesstaat einverleibt.

Wirtschaft

Himachal Pradesh ist eine der bestentwickelten Bergregionen Indiens. So wurde beispielsweise viel in den Aufbau eines Strassennetzes investiert. Der Bundesstaat verfügt über ein ausgebautes Bildungssystem, die Landwirtschaft deckt nahezu den gesamten Eigenbedarf. Die Gärten Himachal Pradeshs sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt und der Waldbestand wurde weiter vergrössert. Die Region ist ein Vorbild für alle anderen indischen Bergregionen.

Festtagskalender:

Ganzjährlich finden in den Regionen diverse Festlichkeiten mit lokalem Charakter statt. Kulu ist bekannt für sein im Frühjahr stattfindendes Dussehra-Fest. Dabei werden die Abbilder der Berggötter aus den Dörfern in Begleitung von Umzügen, Tanz und Musik in die Stadt gebracht.